Tai Chi

Tai Chi Chuan

ist eine alte chinesische Bewegungskunst mit meditativem Charakter und philosophischem Hintergrund, wurde ursprünglich als Kampfkunst und Selbstverteidigung entwickelt und ist heutzutage vor allem wegen seiner wohltuenden Einflüsse auf die Gesundheit der Übenden bekannt. Im Volksmund wird es auch chinesisches Schattenboxen genannt. Tai Chi meint “das höchste Prinzip” oder die Lehre von “Yin und Yang”, Chuan bedeutet “die Faust”, „der Weg“, oder „die Form“.

Langsame, weiche, fließende, zeitlupenartige Bewegungen führen zu innerer Ausgeglichenheit, Entspannung, Ausdauer, Konzentration, Wohlbehagen und Gesundheit. Es ist geeignet sowohl für junge wie für ältere Menschen, für Männer und für Frauen, für Starke und für Schwache. Es erfordert kein besonderes Talent oder außerordentliche Fähigkeiten.

Wer normal spazierengehen kann ist grundsätzlich in der Lage, Tai Chi zu erlernen und zu üben. Überanstrengungen und Verletzungen durch Leistungsdruck oder Konkurrenzdenken werden vermieden, denn der Weg des Erlernens ist das Ziel… Unabhängig von Wetter und anderen Einflussfaktoren kann jeder sich in dieser Kunst üben.

Es sind weder spezielle Diäten noch besondere Lebensweisen nötig. Durch einige Minuten Übung täglich gelangt der Mensch zu Entspannung ohne Erschlaffung, zu Stärke ohne Verhärtung, zu Anmut, Leichtigkeit und Vitalität ohne Nervosität. Der Körper öffnet sich, wird geschmeidig und frei beweglich.

Wie wirkt Tai Chi

Trotz der leichten Erlernbarkeit und der einfachen Strukturen des Übungssystems wirkt es doch auf mindestens drei Ebenen gleichzeitig. Der Körper wird in der Bewegung soweit entspannt, dass die Muskeln die geringstmögliche Grundspannung erhalten. Durch einen bewussten, tiefen Atem wird der Körper optimal mit Sauerstoff versorgt. Gelenke und Sehnen werden geschmeidig und flexibel, die Hormonproduktion wird angeregt.

Die Korrektur der Bewegungsmuster klärt Haltungsfehler und damit verbundene Schädigungen des Körpers. Auf der energetischen Ebene wird der Fluss des “Ch’i” erreicht. Der Begriff “Ch’i” bedeutet Atem oder Energie und ist im Westen vor allem aus der schulmedizinisch anerkannten Akupunktur und Akupressur bekannt. Diese Lebensenergie soll möglichst frei fließen, ohne dass sie verschwendet oder blockiert wird. Verschwendung entsteht zum Beispiel durch zu hohe Muskelanspannung, Blockade entsteht zum Beispiel durch ungenügendes Ein- und Ausatmen, das heißt mangelnde Sauerstoffversorgung.

Auf der geistigen Ebene führt Tai Chi Chuan zur Entspannung, Konzentration und Beruhigung des Geistes, Ausgeglichenheit des Wesens und durch Spaß an der Bewegung zur Freude der Seele. Alle drei Ebenen zusammen entfalten die ungewöhnliche Weisheit der 4000 Jahre alten chinesischen Kultur.